Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung unserer doppeltwirkenden Dampfspeisepumpe ist erreicht: Der erste Prototyp absolvierte erfolgreich einen Testlauf unter realen Dampfbedingungen.
Bei einem Antriebsdampfdruck von etwa 2–3 bar setzte sich die Pumpe selbsttätig in Bewegung, lief gleichmäßig und förderte sichtbar Wasser. Damit wurde die grundsätzliche Funktion der kompakten Konstruktion erstmals unter Dampf bestätigt.
Kompakte Speisepumpe für Echtdampfmodelle
Während des Betriebs einer Echtdampflokomotive wird kontinuierlich Kesselwasser verdampft. Eine Speisepumpe muss deshalb Wasser gegen den vorhandenen Kesseldruck nachfördern.
Die dampfbetriebene Pumpe nutzt den Kesseldampf als Antriebsenergie und arbeitet unabhängig von der Fahrbewegung der Lokomotive. Die aktuelle Konstruktion ist etwa 53,7 mm hoch, 18,4 mm breit und 25 mm tief. Damit ist sie für den späteren Einbau in unsere Echtdampf-Modelllokomotiven vorgesehen.
Selbsttätige Umschaltung
Dampf- und Wasserkolben sind mechanisch miteinander verbunden. Der Dampf wirkt abwechselnd auf die beiden Seiten des Antriebskolbens und bewegt die gemeinsame Kolbenstange hin und her.
Die Dampfsteuerung schaltet über Steuer- und Schleuderkolben selbsttätig um. Erreicht der Kolben den jeweiligen Endbereich, wird die Dampfzufuhr auf die gegenüberliegende Kolbenseite umgesteuert und die Bewegungsrichtung automatisch gewechselt.
Auf der Wasserseite geben Rückschlagventile die Fließrichtung vor. Durch die doppeltwirkende Ausführung wird die Kolbenbewegung in beiden Richtungen für die Wasserförderung genutzt.
Ergebnisse des ersten Dampftests
- Antriebsdampfdruck: ca. 2–3 bar
- Wasserkolben: Ø 4 mm
- Rechnerisches Fördervolumen: ca. 0,1 ml je Arbeitshub
- Gleichmäßiger, selbsttätiger Pumpenlauf
- Sichtbar bestätigte Wasserförderung
Das angegebene Fördervolumen ist ein rechnerischer Wert pro Arbeitshub. Die tatsächliche Förderleistung hängt unter anderem von der Pumpgeschwindigkeit, den Rückschlagventilen, den Toträumen, der Dichtheit und dem vorhandenen Kesselgegendruck ab.
Aktueller Entwicklungsstand
Im derzeitigen Zustand fördert der Prototyp Wasser bis zu einem Kesseldruck von etwa 1,7 bar. Bei höherem Gegendruck sind die vorhandenen Leckagen noch zu groß. Dieser Wert ist daher keine endgültige Leistungsgrenze, sondern beschreibt den aktuellen Entwicklungsstand.
Als nächster Schritt werden die Dichtstellen überarbeitet und die Konstruktion weiter optimiert. Anschließend folgen Versuche mit höherem Kesselgegendruck sowie längere Testläufe für einen zuverlässigen Dauerbetrieb.
Der erste erfolgreiche Test unter Dampf bestätigt das Grundprinzip: Die Steuerung schaltet selbsttätig um, die Pumpe läuft gleichmäßig und fördert Wasser. Damit ist eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung geschaffen.

